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Die Gemeinde-Resonanzgruppe

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Wozu dient eine Gemeinde-Resonanzgruppe?

Die geniale Idee der Demokratie besteht darin, für Entscheidungen, die ein ganzes Gemeinwesen betreffen, die kollektive Intelligenz der Mitglieder dieses Gemeinwesens zu nutzen. Bei uns geschieht dies nicht nur indirekt durch die demokratische Auswahl von Amts- und Entscheidungsträgern, sondern auch direkt in Form von Abstimmungen über Sachfragen.

Das Problem bei dieser Art von demokratischer Entscheidungsfindung ist, dass eine an sich bunte und vielfarbige Welt auf ein simples Schwarz-Weiss-Schema reduziert werden muss: Sind Sie dafür oder dagegen? Wer sich als BürgerIn nicht auf ein blosses Ja oder Nein reduzieren lassen will, muss sich in die klassischen politischen Kanäle einbringen, sprich, bei einer Partei mitmachen.

Parteien aber haben definitionsgemäss (Partei kommt von lateinisch "pars" = "das Teil") immer nur einen Teil im Auge und nicht das Ganze, weshalb ein Mitmachen bei ihnen für Bürgerinnen und Bürger, die eine Gesamtschau vorziehen würden, nicht in Frage kommt. So bleiben wertvolles Wissen und möglicherweise zukunftsweisende Ideen ungenutzt.

Manche Gemeinden haben diese Lücke erkannt und führen regelmässig repräsentative Befragungen unter ihren Bürgerinnen und Bürgern durch, in denen es hauptsächlich um deren Zufriedenheit mit der Gemeinde und ihren Leistungen geht. Nun sind die Bürgerinnen und Bürger tatsächlich auch Kunden ihrer Gemeinden, weshalb es sinnvoll erscheint, so etwas wie ihre Kundenzufriedenheit zu messen.

Allerdings gibt es dabei zwei entscheidende Mängel: Zum einen ist die Messung von Zufriedenheit immer rückwärtsgewandt, und zum anderen muss eine solche Befragung immer an der Oberfläche bleiben, vertiefte Fragestellungen sind nicht möglich. So lässt sich zwar ermitteln, wie hoch die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Gemeinde ist, und wie sich diese Zufriedenheit im Laufe der Zeit verändert hat, doch es lässt sich daraus nicht ableiten, wie sich diese Zufriedenheit in Zukunft nachhaltig verbessern liesse.

Repräsentative Bürgerbefragungen können also kaum zur demokratischen Gestaltung der Zukunft betragen, um die es in der Politik doch eigentlich gehen sollte. Deshalb setzen viele Gemeinden auf eine möglichst demokratische Gestaltung von Leitbildern, indem sie bei deren Erarbeitung Zukunftswerkstätten, Bürgerforen oder ähnliche Einrichtungen einsetzen. Diese Form des zukunftsorientierten demokratischen Dialogs ist jedoch sehr aufwändig und stellt hohe Anforderungen an alle Beteiligten. Deshalb bleiben viele an sich interessierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger aussen vor, und der Einsatz dieses Instruments muss notgedrungen punktuell bleiben.

Was also fehlt, sind ein Kommunikationskanal, in den interessierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen zur Zukunft der Gemeinde auf möglichst einfache Art einbringen können, und ein Forum, in dem diese Ideen ebenso einfach bewertet und gewichtet werden können. Eine Idee wird erst dann zur Innovation, wenn sie bei anderen auf  Resonanz trifft.

Das gilt ganz besonders für politische Ideen, die ja nur dann eine Realisierungschance haben, wenn sie bei einer Mehrheit eine Resonanz finden. Allerdings sind in der Politik der Inhalt einer Idee und deren Herkunft allzu oft miteinander verknüpft, das heisst, eine Idee kann nicht nur scheitern, weil sie inhaltlich falsch ist, sondern auch, weil sie aus der falschen Ecke kommt.

Neue Ideen sollten deshalb eine Chance bekommen, sich zunächst im geschützten Raum ausserhalb der parteipolitischen Interessen bewähren zu können. Bevor sie den rauen Winden der politischen Realitäten ausgesetzt werden, sollte in einer Art von "virtuellem Testlabor für Ideen" geklärt werden können, ob sie bei der entscheidenden Gruppe der besonders interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürger Resonanz findet oder nicht. Im letzten Fall kann man die Idee gleich abschreiben. Im ersten Fall dagegen lohnt es sich, sie weiter zu verfolgen.

Ein solches virtuelles Testlabor für Ideen, das einfach, effizient und kostengünstig arbeitet, gibt es: die Resonanzgruppe. Wie die Demokratie nutzt die Resonanzgruppe die Ressource der kollektiven Intelligenz. Nur weiss sie, dass es dort, wo es um anspruchsvolle Themen wie die Zukunft einer Gemeinde geht, repräsentative Bevölkerungsumfragen wenig bringen, weil viele von solchen Fragen schlicht überfordert wären.

Gesucht sind stattdessen jene Menschen, die sich für die Zukunft ihrer Gemeinde interessieren und sich dafür auch engagieren wollen, indem sie Fragen dazu beantworten und allenfalls auch eigene Ideen einbringen. Das genau ist das Prinzip der Resonanzgruppe: Als Partner für einen nachhaltigen Bürger-Dialog wird jene Minderheit gewählt, die sich besonders stark für ein Thema interessiert und engagiert. Im Falle der Gemeinde-Resonanzgruppe heisst dieses Thema "Die Zukunft unserer Gemeinde".

Die Gemeinde-Resonanzgruppe zeigt auf, was die besonders interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürger von der Zukunft ihrer Gemeinde erhoffen und erwarten. Das ist weitaus wertvoller als jedes von einer aussen stehenden Institution erarbeitetes Leitbild. Denn die Minderheit der besonders interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürger bildet jenen demokratischen Sauerteig, von dem die Zukunft der Gemeinde entscheidend abhängt.

Die Gemeinde-Resonanzgruppe ist zwar offen für alle besonders interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürger, doch weil sie immer nur eine Minderheit repräsentiert, kann sie keinerlei Entscheidungsbefugnisse beanspruchen. Ihre Rolle besteht vielmehr in der Bewusstseins- und Meinungsbildung. Ihre Ergebnisse sind daher transparent und stehen Politikern, Behörden, Interessengruppen und den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung.

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